Die Chronik des Lëtzebuerger Kolpingwerkes lässt sich in zwei Perioden gliedern:


Abbé Bernard Haal gründete am 2. Juli 1864 mit 12 jungen Burschen den ersten Gesellenverein hier im Lande. Schon nach einem Jahr gab es 160 junge aktive Kolpingsöhne, denn für Frauen war der Verband damals noch nicht geöffnet.

1867 wurde das Gesellenhaus in der Casinosgaass eröffnet, dieses Gesellenhaus war der Vorläufer der heutigen Berufs und Handwerkerschule.

Jahrzehntelang war das Gesellenhaus der berufliche und kulturelle Mittelpunkt der Stadt Luxemburg. Großherzige Spender wie Madame Pierre Pescatore, Herr Clesse, ein reicher Geschäftsmann, hohe Persönlichkeiten wie der Staatsminister Paul Eyschen, der Komponist Laurent Ménager, der 24 Jahre lang das Gesellenorchester dirigiert und viele Stücke extra für den Gesellenverein komponiert hat, waren dem Gesellenverein verbunden. Der 2. Weltkrieg brachte das Ende des Vorkriegsvereins. Am 2. November 1957 gründete Pool Schroeder, der das Kolpingwerk 1955 in der Schweiz kennenlernte, mit sieben jungen Männern in Hünsdorf, seinem Heimatort, das Luxemburger Kolpingwerk.

Kolping Luxemburg zählt heute um die 80 Mitglieder , die alle auf freiwilliger Basis tätig sind .



Adolphe Kolping

Priester, Sozialreformer, Pädagoge und Publizist

in Kerpen bei Köln geboren

Lehrling und Geselle im Schuhmacherhandwerk


1837-1841 Schüler des Marzellengymnasiums in Köln

1841-1844 Studium in München und Rom

1844-1845 Priesterseminar in Köln

13.04.1845 Priesterweihe in der Minoritenkirche

1845-1849 Kaplan und Religionslehrer in Elberfeld

1847 2. Präses des Jünglingvereins Elberfeld

01.04.1849 Domvikar in Köln

06.05.1849 Gründung des Kölner Gesellenvereins

20.10.1850 Gründung des "Rheinischen Gesellenbundes

02.04.1862 Rektor der Minoritenkirche

04.12.1865 Todestag in Köln

27.10.1991 Seligsprechung in Rom

 

Papst Johannes Paul II. bei der Seligsprechung :

Adolph Kolping versuchte, die Christen aus ihrer Trägheit aufzurütteln und sie an ihre Verantwortung für die Welt zu erinnern. Für ihn war das Christentum nicht bloβ „ für die Betkammern“ gedacht, sondern für den Alltag und für die Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit.



 

Die Lebensräume, in denen sich die menschliche und christliche Berufung zu erfüllen hat, sind für ihn: die Familie, die Kirche, der Beruf und die Politik.

Der Schuster blieb nicht bei seinen Leisten.

Um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts brachte die beginnende Industrialisieurung unvorstellbares Elend über die Menschen. Ein knallharter Liberalismus verdrängte mit seinen Maschinen das Handwerk. Weil das Zunftwesen zerfiel, standen Tausende von Gesellen auf der Straβe. Die bisher in den Familien ihrer Meister gelebt hatten, wurden nun zur Landplage. Es war einer der ihren, der diese Not mit einem klaren Konzept bekämpfte, das auch bald für die neue „Arbeiterfrage“ Lösungen anbot: Adolph Kolping.


Zwischen der Geburt 1813 in Kerpen und dem Tod 1865 in Köln liegen für den Sohn eines Lohnschäfers 52 jahre eines ungewöhnlichen Lebens. Es beginnt mit Dorfschule, üblicher Lehre und sieben Jahre als Geselle im Schuhmacherhandwerk. Doch Kolping liest viel, er will mehr. Mit 24 Jahren beginnt er als Pennäler auf dem Kölner Marcellengymnasium, macht 1841 Abitur, studiert Theologie und wird 1845 in der Kölner Minoritenkirche zum Priester geweiht.Als Kaplan in Elberfeld lernt er den ersten Gesellenverein kennen, wird dessen Präses und wechselt 1849 als Domvikar nach Köln. Hier sammelt er weitere Gesellen um sich. Aus der Kölner Gründung erwächst eine Bewegung, die sich schnell ausbreitet.

Der Sozialreformer Kolping gibt ihr das geistige Konzept, der Seelsorger Kolping die religiöse Mitte, der Publizist Kolping die öffentliche Wirkung. Am 27. Oktober 1991 wird Adolph Kolping von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen.

Kolping ein Auftrag


Dank der Spenden, dem Erlös aus der Kleidersammlung sowie der Mitfinanzierung der Projekte durch das Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit, kann Kolping Luxemburg seine Projekte durchführen.


2/3 der Spenden werden in Luxemburg eingesetzt;

1/3 kommt den Partnern aus den Projektländern zugute.


Kolping Luxemburg arbeitet nach dem Prinzip der aktiven „Hilfe zur Selbsthilfe“ mit dem Ziel zur Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft beizutragen. Es unterstützt benachteiligte Bevölkerungsgruppen dabei, Armut zu überwinden und will seiner Zielgruppe durch ein integrales Bildungsangebot wirtschaftliche und soziale Perspektiven eröffnen. Beispiele der Projektarbeit sind verbesserte Lebensqualität, die Schaffung von Ausbildungsplätzen für Jugendliche, medizinische Betreuung, ländliche Entwicklung, Formation, humanitäre Hilfe.

Kolping Kleidersammlung