Frauenkooperative in Muramba-Ruanda

Das "Atelier" der Frauenkooperative „Jyambere

 

Mutegarugori“ steht am Hang auf einem kleinen Grundstück, umgeben von sorgfältig gepflegten Gemüsefeldern – im kleinen dichtbevölkerten Ruanda wird kein Quadratmeter Land ungenutzt gelassen. Auf einer Tafel am Haus steht „Don de Kolping Luxembourg“. Davor haben sich die Frauen der Kooperative versammelt und heißen den Gast mit Gesang und Tanz willkommen. Gerne zeigen sie her, was sie mit der Hilfe aus Luxemburg geschafft haben: Eine erfolgreiche Produktion von traditionellen Flechtarbeiten und Handarbeiten aus natürlichen Materialen der Umgebung.

Das Haus, das mit Mitteln aus dem Großherzogtum Luxemburg finanziert worden ist, besteht aus einem großen Versammlungsraum, in dem auch gearbeitet wird, einem Lagerraum und einer Küche.

Besonders stolz sind die Frauen auf die Regenwasserzisterne hinter dem Haus ; eine Spende von Kolping Zentrum aus dem Erlös der Grillaktion vor dem Cactus Bereldange.

Ihre Waren exportieren sie bis nach Europa und die USA. „Im Moment arbeiten wir an einem Großauftrag aus Amerika,“ sagt Josephine Mukanyana und zeigt auf den Lagerraum, gefüllt mit großen und kleinen Körben in Naturfarben. Die 46jährige Witwe ist von Anfang an dabei. Wie fast alle Ruander ist sie Landwirtin, doch davon allein könnte sie mit ihren fünf Kindern nicht leben. Durch die Handarbeiten kann sie die notwendigen Schulgebühren zahlen, und sie konnte sich inzwischen schon eine Milchkuh kaufen. „Vorher hatte ich gar nichts, jetzt geht es mir viel besser“, sagt sie und strahlt. Als eine der erfahrensten Arbeiterinnen produziert sie besonders schöne Stücke. An jedem Korb im Lagerraum hängt ein Zettel mit dem Namen der Produzentin. Ist der Auftrag fertig, wird abgerechnet und jede Frau bekommt ihren Anteil

„Der Austausch untereinander, das macht uns stark“, sagt Josephine. Stark und selbstbewusst, das sind sie alle, so wie die Jüngste von ihnen, Valentine Mukashyaka. Auch die 24jährige ist von Anfang an dabei. „Ich war unverheiratet, und durch die Arbeit hier konnte ich den Weg in die Prostitution vermeiden. Sonst hätte ich heute bestimmt schon AIDS“, sagt sie. Statt dessen konnte sie von ihrem Verdienst Material für ihr eigenes Haus kaufen und Schweine, um damit eine kleine Zucht aufzubauen. Als Bäuerin mit eigenem Verdienst und Besitz konnte sie sich einen guten Ehemann aussuchen. Jetzt trägt sie ihren kleinen Sohn, ihr erstes Kind, auf dem Rücken bei sich, wenn sie zur Arbeit kommt und sagt von sich selbst: „Ich bin glücklich: Ich bin nicht arm und ich habe eine Familie.